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Die Klosterkirche ist eine
barocke Hallenkirche mit schmalen Seitenschiffen. Der Hochaltar mit seinem kolossalen, spätbarocken Aufbau
beherrscht das
Innere des Gotteshauses. Zu beiden Seiten des Altarbildes die
überlebensgroßen Statuen Joachims und Annas, der Eltern der Mutter
Gottes. Darüber rechts der hl. Bernhard von Clairvaux, der zweite
Ordensgründer des Zisterzienserordens. Links Abt Stephan von Citeaux,
der St. Bernhard zur Gründung des Klosters Clairvaux ausgesandt hat.
Im Chorraum das spätbarocke Chorgestühl, eine Schnitzarbeit mit hohen
Rückenwänden mit Nischen und Säulen. Die Bilder in den Aufsätzen
verweisen auf das Chorgebet der Mönche, wie überhaupt die meisten
Fresken in der Kirche über das Leben des hl. Bernhard von Clairvaux und
seinem Orden berichten.
Das Hochaltarbild stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar,
umstellt von den Aposteln, die staunend das unbegreifbare Geschehen
bewundern. Patrozinium der Kirche ist deshalb der 15. August, das Fest
"der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" und daher
trägt die Kirche auch den Titel "Unsere Liebe Frau zu
Pielenhofen".
Vor dem Chorraum zwei eingeschobene, das Chorgestühl verdeckende
Seitenaltäre, die mit dem Hochaltar optisch eine
Bilderwand ergeben: links der Kreuz-, rechts der Weihnachtsaltar mit
Darstellungen der vom hl. Bernhard besonders geliebten Geheimnisse. Ziel
vieler Wallfahrten aus der Umgebung ist das Gnadenbild im rechten
Seitenschiff, ein Ecce-homo-Bild eines unbekannten Meisters. Es stammt
aus dem Privatbesitz der Münchner Bürgerstochter und späteren
Karmelitin Maria Anna Josefa Lindmayr (1657-1726). Im linken Seitenschiff
befindet sich der Totenaltar mit einer Pieta aus Stuck, darüber die
Darstellung des Todes des hl. Josef , im rechten Seitenschiff ein
Marienaltar.
Die Deckengemälde vom Konstanzer Maler
Jacob Carl Stauder (1694-1756) sind der Dreifaltigkeit gewidmet:
a.) die Auferstehung Christi (mit den Zeugen der Engel, der Wächter,
der 3 Frauen), in den Zwickeln die 4 Evangelisten;
b.) die Sendung des Hl. Geistes, dei Gründung der Kirche (Kuppel im
Anklang an St. Peter, Rom), in den Zwickeln die 4 abendländischen
Kirchenväter als Zeugen der Tradition;
c.) Gott Vater (mit Abraham, David, Jakob und Engeln), in den Zwickeln
die Propheten Moses, Jeremias, Isaias und Daniel.
Im Altarraum ist die im Weltgericht erscheinende Maria Apocalyptica
(mit St. Michael) dargestellt.
Die Kirche weist eine reiche Stuckdekoration auf mit reizvollem
blassrosa Grund, in Stuck und Farbe das aufblühende Frührokoko.
Das Leben des hl. Bernhard behandeln 24
kleine Bilder, unter den Galerien.
Der Barockmaler Johann Gebhard von
Prüfening schuf die 12 überlebensgroßen Apostelbilder, die die
Verbindung der Kirche zur apostolischen Tradition bekunden. Es handelt
sich um hervorragende Gemälde, die unter Verzicht auf alles unnötige
Beiwerk das Augenmerk auf die Gestalten der Dargestellten lenken:
eindrucksvolle Charakterisierung, kühner Faltenwurf der Gewänder. Im
linken Seitenschiff: Petrus und Andreas, Johannes, Bartholomäus,
Matthias und Judas Thaddäus. Im rechten Seitenschiff: Paulus und
Jakobus, Philippus, Thomas, Simon und Matthäus.
Außen an der Kirche über dem
Hauptportal thront Christus der "Salvator mundi" (Retter,
Erlöser der Welt). Christus breitet seine Hände über unser Dorf
Pielenhofen, über unsere Heimat und unser ganzes Land und segnet alle,
die bei ihm Zuflucht suchen.
"Wenn Pielenhofen auch im Laufe der
Jahrhunderte nie zu der Bedeutung der großen bayerischen Cisterzen
gelangte, so hat dieses Kloster, in dessen Mauern seit 1245 mit ganz
geringen Unterbrechungen das monastische Leben bis heute andauerte, im
18. Jahrhundert in seiner Klosterkirche ein Kunstwerk erhalten, das sich
würdig in den Kreis der bayerischen Klöster einfügt. Hier im Tal der
Naab wirken Natur und Kunst eindrucksvoll zusammen.
Als Niederlassung des Zisterzienserordens im Laufe der Jahrhunderte, als
beliebter Ausflugsort, als gern besuchte Wallfahrtskirche und als
Bildungsstätte ist Pielenhofen auch heute von Bedeutung." |